Category: Urlaub

Die Helden von 08/13

Bob beim Viehschaid Heute standen unsere Freunde, die Kühe im Mittelpunkt des Interesses. Sie sind nämlich die Stars beim traditionellen Viehscheid, bei dem wir Smoochies erstmals in Obermaiselstein eingeladen waren. Wir begleiteten das Vieh, wie es im Allgäu heißt, am frühen Morgen von der Grasgehrenhütten zum Viehscheidplatz in Obermaiselstein, wo die Tiere an ihre eigentlichen Besitzer zurückgegeben wurden. In den Sommermonaten stehen sie auf den Alpen in den Bergen, fressen das leckere und gesunde Gras und fühlen sich einfach nur wohl - und gesund, was sie dann auch bleiben, wie man uns versichert hat.

Der Weg hinab ins Tal – immerhin rund acht Kilometer – war untermalt von ohrenbetäubendem Lärm, denn jede Kuh der Herde, die wir begleiteten, hatte eine riesige Schelle um den Hals. Wir würden Glocke sagen, aber hier ist das verpönt. Bei jedem Schritt bimmelte es so laut, dass man sich schon fragte, wie die armen Kühe den Krach aushalten konnten. Einige wollten wahrscheinlich deshalb immer wieder ausbüchsen und lecker Gras fressen, doch das verhinderten die Viehtreiber, so dass wir pünktlich gegen 9.15 Uhr am Scheidplatz im Tal ankamen. Hier warteten tausende Menschen auf unsere Gruppe – wir waren nämlich standesgemäß die ersten. Es war richtig voll, es gab die ersten Biere, und wir kamen in den Genuss eines Ochsenbrötchens, das hier als Delikatesse gilt. Es war ganz lecker, aber Kuchen mag ich nun doch lieber.

Darauf ging es ab nach Füssen, aber nicht, ohne zuvor einen draaaaaamatischen Moment erlebt zu haben. Denn Anabelle glaubte, zwei Kameraobjektive verloren zu haben. Zum Glück löste sich alles in Wohlgefallen auf, sie waren noch im Auto. Füssen, die berühmte Stadt im Allgäu mit dem noch berühmteren Schloss des König Ludwigs – morgen darüber mehr – ist das letzte Ziel unserer kleinen Tour. Wir marschierten über den Klettersteig hinauf zur Spitze des Tegelbergs, von wo die berühmte Tegelbergbahn wieder hinunter ins Tal führt. Bei wem es jetzt noch nicht geklingelt hat, der sei an den 12. August 2011 erinnert. Richtig! Hier war ein Gleitschirmflieger im Seil der Gondel gelandet, weshalb alles zum Erliegen kam. Nichts ging mehr. Und glaubt es nun, oder auch nicht: Zwei der Helden, die die 15 eingeschlossenen Passagiere am 13. August gerettet haben, waren unsere Begleiter beim Weg auf den Berg. Thomas und Stefan schilderten uns, was passiert war, zeigten uns die Stelle des Unglücks und erklärten, wie die Rettung ablief. Wir fuhren sogar in der Unglücksgondel. Ob ich Angst hatte? Nein, ganz sicher nicht, denn die beiden Helden von 8/13 waren ja bei mir! Genial! Zeitgeschichte live! Danke Jungs!

Bob und der Held

Jetzt sitzen wir übrigens in einem Hotel in Füssen und genießen den Abend. Wir haben sturmfreie Bude, denn Pe und Pan sind gleich weg. Das wird bestimmt lustig in diesem schönen und noblen Aktivhotel.

Ein spannender Tag!

Alpine Tour

Anabelle auf dem Hochgrat Hui, was war ich schwarz! Mein weißes Fell war ganz moorig, denn ich durfte mal eben in einen Holzschober springen, der voller Moor war. Fast schwerelos fühlte ich mich, was mir natürlich ausgesprochen gut gefiel. Und heilsam war es, denn Moorbäder helfen ja so ziemlich gegen alles. Und für manches, wie zum Beispiel fürs Kinderkriegen. Das sei zwar wissenschaftlich nicht erwiesen, doch meistens helfe es, den Klapperstorch über den Kinderwunsch zu informieren, erklärte man mir.

Nach einem kurzen Abstecher bei einem ganz leckeren Brötchenladen samt super nettem Bäcker fuhren wir nach Oberstaufen. Hier soll es so übrigens richtig teuer sein. Und meine teuren Füßchen wurden hier in der Folgezeit arg strapaziert. Denn Pe und Pan zwangen mich mit auf eine Tour vom Hochgrat herunter, dem mit immerhin 1833 Metern höchsten Berg im westlichen Allgäu.

Die Hochfahrt war angenehm, wir fuhren nämlich in der Hochgratbahn hinauf. Da hatte ich eine schöne Aussicht hinunter ins Tal, die mich auch auf dem 1708 Meter hohen Ausgangspunkt für die vielen Wanderrouten begeisterte. Dann aber kamen die beiden oben erwähnten auf die Idee, den alpinen Wanderweg hinunter zur Talstation zu laufen. Ja, richtig gelesen: laufen! Und das mit meinen zarten Füßchen! Der Anfang war noch sehr schön, denn es ging hoch und runter auf schönen Naturwegen. Doch nach knapp eineinhalb Stunden ging es nur noch bergab über Asphalt und andere Gesteinsbrocken. Und zum Höhepunkt kletterte ich durch gefällte Bäume hindurch, denn wir mussten ja irgendwie hinunter, kein Bus ging mehr. Ich gebe es ja zu: Spannend war es trotzdem, auch weil ein wirklich netter Mann mir alles über die Natur hier erklärte. Was ist eine Alpe, wie sieht sie typischerweise aus, wo stehen die ganz alten Bäume? Das war schon interessant. Und seid versichert: Nach über fünf Stunden kamen wir völlig fertig an.

So nebenbei möchte ich erwähnen, dass wir Absynth, das high machende Getränk der Künstler probiert haben. Passt gut, schließlich sind wir Smoochies ja auch so eine Art Künstler-Rasselbande. Schmeckte übrigens sehr interessant!

Unten angekommen fuhren wir zur Grasgehrenhütte in Obermaiselstein, wo morgen der Viehscheid beginnt. Da werden dann die Almkühe hinunter ins Tal getrieben und an ihre Besitzer übergeben. Doch darüber wird ganz sicher der Bob berichten.

Bei den Moorleichen

Fabi im Moor Hättet Ihr es gewusst? Man kann im Moor tatsächlich versinken. Bob wollte es mir ja nicht glauben, aber auf meine Nachfrage beim freundlichen Führer bekam ich es bestätigt: Ist das Moor tief genug, versinkt man, denn es zieht einen langsam hinab. Diese und noch viel mehr interessante Sachen haben wir heute gelernt, als wir im Wurzacher Ried das Moor erkundeten. Wie? Das kennt Ihr nicht? Kein Problem: Wir sind am Rand des Allgäus – im Württembergischen Teil – und besuchen für vier Tage die Region. Und heute stand halt Bad Wurzach auf dem Reiseplan, eine Kurstadt, die alles dem Moor zu verdanken hat.

Da gehört eine spannende Führung samt Torfstecher-Menü zum guten Ton. Und selbstverständlich bekamen wir Geschichten von Moorleichen zu hören, die ab und zu schon mal wieder aufgetaucht sind. Einmal soll eine Frau gerade noch so gefunden worden sein, als sie schon fast bis zum Hals im Moor steckte. Es war also wirklich spannend (für Anabelle auch manchmal etwas gruselig), auch wenn wir leider keine Gelegenheit hatten, mit dem kleinen Moorzug zu fahren. Auch den gibt es hier, die krummen Schienen der Schmalspurbahn sehen echt abenteuerlich aus. Ich hoffe aber, dass wir es irgendwann noch hinkriegen, mit knapp 6,5 Stundenkilometern durch das Moor zu düsen – samt Entgleisung, die eine Menge Gaudi bringen soll.

Rein altersmäßig gesehen scheinen Bob, Anabelle und ich übrigens die jüngsten Gäste der Stadt zu sein, deren Gemeindegebiet übrigens größer als das von Lichtenstein ist. Hier laufen nämlich jede Menge ältere Menschen über 60 Jahre rum, “Best Ager” genannt. Noch älter sind es im Marketingdeutsch dann die “Best Ager plus”. Witzig. Würde mich mal interessieren, wie die uns nennen würden? “Top Ager +”? Würde passen, denn top drauf sind wir Smoochies bekanntlich den ganzen Tag.

Film: Die Smoochies in der ewigen Stadt – Teil 2

Im zweiten Teil unseres Films über den Besuch in Rom erkunden wir das Kolosseum, erfahren mehr über seine Geschichte, bummeln in der Villa Borghese, wandeln auf den Spuren Goethes und lernen, warum Tim den Trevibrunnen cool findet. Viel Spaß beim Betrachten dieses Teils.



Film: Die Smoochies in der ewigen Stadt – Teil 1

Bob hat Tag und Nacht gearbeitet, und so ist unser Film aus Rom bereits fertig. “Vom Petersdom zum Forum Romanum” heißt der erste Teil. Im Mittelpunkt steht Marc, unser Schaf im Wolfspelz. Wir zeigen unsere Besuche am Petersdom, am Forum Romanum und an vielen weiteren Stellen. Während wir die Geschichte der Stadt erleben, erklärt Marc, wie Rom gegründet wurde.



Smoochies in der ewigen Stadt

Im Hotel in Rom Eines muss man den Italiern lassen: Sie sind am Flughafen absolut gelassen und haben Zeit. In Fiumicino dauerte es heute sogar noch länger als in Mailand, nämlich geschlagene 50 Minuten, bis wir endlich unser Gepäck hatten. Kein Wunder, dass wir erst gegen 19 Uhr in unserem Zimmer waren. Doch uns war es egal, es schien nämlich die Sonne, und im Gegensatz zum Nürnberger Schlechtwetter heute Morgen war es super schön.

Keine Frage: Wir zogen sofort in die Stadt und schauten mal beim Papst vorbei. Auf seinem Balkon, von wo er den Urbi et Orbi-Segen spricht, herrschte gähnende Leere, er schien nicht da zu sein. Ich bin aber sicher, dass wir ihm vielleicht noch eine  Smoochie-Audienz gewähren werden. Oder ist er  im wohlverdieten Urlaub? Und wo macht man Urlaub, wenn man in einer so tollen Stadt wie Rom lebt? Diese Frage konnte Tim uns nicht beantworten, denn während wir den Vatikan bei einbrechender Dunkelheit erlebten, plantschten Tim, Liselle, Marc und Fabi im Hotel eigenen Pool umher. Dafür bekamen sie dann aber auch nicht die leckere Pizza zu schmecken, die Emily aufspürte und wir zugleich verspeisten. “Schmeckt wie Uuuurrrlaub!”, rief die Kleine immer. Herrlich.

Morgen geht’s direkt in die Stadt, wir wollen ein paar Sehenswürdigkeiten entdecken. Vielleicht das Coloseum? Das Forum Romanum? Wer weiß, lassen wir uns überraschen.

Vom Weltkulturerbe zur Barbarei

Weltkulturerbe ist Chefsache! Deshalb habe ich, euer Supermoderator Bob, die Moderation dieser hübschen kleinen spanischen Stadt – 70 Kilometer von Madrid entfernt – übernommen. Doch bevor wir dorthin kamen, mussten wir durch die äußerst strengen Sicherheitskontrollen am Bahnhof. Hier wurde nämlich das Gepäck durchleuchtet. Aber ganz ehrlich – der freundliche Beamte am Bahnsteig fand es spannender, mit seinen Kollegen zu quatschen, als das Gepäck auf dem Scanner zu untersuchen. Egal, passiert ist nämlich nichts. Dennoch an alle Zugreisende der Hinweis: Wenn Ihr Bahn fahren wollt, plant ein wenig Zeit für die Gepäckkontrolle ein.

Nach rund 35 Minuten erreichten wir den schönen Bahnhof von Toledo, und nur wenige Minuten Fußmarsch später empfing uns die Altstadt smoochie-like schön, herrlich auf einem Berg gelegen. Voller Eifer betraten wir die Stadt und rannten die geschätzt und gefühlt 1560 Treppenstufen wie im Fluge hinauf. Wir wären uns wie in einer anderen Zeit vorgekommen, wenn nicht so viele Autos hier fahren würden. Denen aber zuzugucken ist überaus belustigend. Manche Straßen sind nur 1,40 Meter breit, so dass das Auto fahren zum Abenteuer wird, und fast jedes Auto hat Schrammen oder Dellen.

Was uns auch auffiel: In den unzähligen hübschen Gassen kann man recht schnell die Orientierung verlieren. Nur dank Nils, unserem Navigator mit der pfiffig-sich-zurecht-findenden Nase, war es zu verdanken, dass wir alles gut erreichten und uns in diesem Gassenlabyrinth nicht verliefen. Von Kirche zu Kirche ging es, von Gasse zu Gasse, von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt. Geschlagene sechs Stunden hielten wir uns in der Altstadt auf, deren Besuch wahrlich ein Höhepunkt der Tage in Madrid war.

Nachdem wir mit dem Zug wieder zurückgekommen waren, fuhren wir direkt zur Stierkampfarena, die an der Metro-Station Ventas liegt. Es war ein herrlich buntes Gewimmel von Menschen, als wir ausstiegen, ein schönes Bild. Die Tickets ergatterten wir zum Schnäppchenpreis. Der erste Verkäufer wollte uns zwar 31,70 Euro abknöpfen, doch wir fanden auch noch Tickets für 6 Euro. Dafür saßen wir inmitten der Spanier, für die dieses Spektakel so eine Art Volksfest ist.

Es begann auch alles sehr farbenfroh, Die Toreros liefen ein, Männern auf Pferden ritten ein, und alles sah sehr bunt und stimmungsvoll aus. Doch was dann kam, war alles andere als stimmungsfroh – jedenfalls nicht für uns Smoochies. Wir wurden Zeugen einer Barbarei, wie sie nur schwer vorstellbar. Ist. Die Stiere wurden vor dem jaulenden und applaudierenden Publikum in der vollbesetzten Arena nach Meinung der Spanier kunstvoll getötet. Es floss Blut, und die Kämpfer hieben eine spitze Klinge nach der anderen in die armen Tiere, die am Ende blutüberströmt und entkräftet zusammenbrachen, bevor sie endgültig erlöst wurden.

Ein prächtiger Stier war übrigens so stark, dass er gegen die feige menschliche Bande (es waren immer mehrere Helfer dabei) vorging und dabei sogar ein armes Pferd schwer verletzte. Er rammte seine Hörner in den Bauch des Tieres, das aber wieder aufstehen und seinen Dienst verrichten musste, während die Hilfstoreros den Stier am Schwanz zogen und versuchten, ihn von dem Pferd wegzuziehen. Der Reiter war übrigens – vom spanischen Volk applaudierend belohnt – derweil aus der Arena geflüchtet. Und zu alldem aß das Publikum und trank ganz gemütlich Wein und johlte, während das Pferd mit verbundenen Augen und der Stier versuchten zu überleben. Weiße Taschentücher wurden gewunken und mit dem Torero gelitten, als der Stier ihn endlich mal auf die Hörner nahm und über ihm hing. Schade, dass der Stier für sein mutiges Auftreten nicht mit dem Leben belohnt wurde.

Für uns Smoochies war das zu viel, nach 60 barbarischen Minuten verließen wir die Arena und fragten uns, was wir von den Menschen halten sollen, die Tiere so quälen. Wir vierzehn würden niemals auf die Idee kommen, irgendein Lebewesen so niederzuschlachten. Wir Smoochies gedenken der armen, tapferen Tiere!

Wer auch immer glaubt, mal einen Stierkampf sehen zu wollen, dem sei gesagt: es ist schlimmer, als Ihr Euch vorstellen könnt und wollt.

Sonne satt

Heute haben wir echt lustige Sachen gesehen. Am späten Nachmittag führten uns unsere kleinen Füße nämlich in den Retiro Park, in dessen Mitte (na ja, nicht ganz) ein kleiner künstlicher See liegt. Und hier rudern doch tatsächlich unglaublich viele Menschen in dem bisschen Wasser, das übrigens auch noch von dicken Karpfen bevölkert wird. Unterhaltsam war es vor allem deshalb, weil viele Leute gar nicht rudern konnten. Sie bewegten sich überhaupt nicht fort oder drehten sich höchstens im Kreis. Die größte Fahrt bekamen sie nur, als sie sich mit ihren Rudern vom Rand (richtig gelesen, Rand, nicht Strand) abstießen, um wieder aufs offene Wasser zu gelangen. Es gab sogar die Möglichkeit, Rundfahrten zu machen: Ein größeres Boot mied nämlich die Tiefen des Sees und schipperte gemütlich über selbigen. Sehr unterhaltsam. Dieser Park lohnt wirklich einen Besuch, weil er überdies sehr schön ist.

Überhaupt zeugte sich Madrid heute von seiner schönsten Seite. Die Sonne schien kräftig vom Himmel, der selbst königsblau war. Der Nachteil: Der Pan sieht mal wieder aus wie ein Streichholz. Diese unvorteilhafte, aber doch süß ausschauende Kombination muss er sich an dem ägyptischen Tempel zugezogen haben, wo Fabi und Pe den Pan und mich fast vier Stunden suchten (so jedenfalls hörte es sich an, als sie sauer wiederkamen). Dabei saßen wir zwei nur vor dem Tempel und warteten auf sie. Und das halt in der prallen Sonne – mit dem Streichholzeffekt als Ergebnis. Der Tempel selbst ist lustig. Mitten in Madrid steht er da und darf kostenlos besichtigt werden. Atemberaubend ist er zwar nicht, aber die gesamte Anlage in der Nähe des Plaza del Espana ist durchaus sehenswert. An dem besagten Platz haben wir dann Don Quijote kennengelernt, bevor er mit seinem treuen Gefährten gegen die Windmühlen ritt. Keine Frage, dass wir uns nach so anstrengenden Besichtigungsrunden eine nette Pause bei Starbucks gönnten.

Morgen geht es übrigens nach Toledo. Am Bahnhof Atocha haben wir uns bereits heute Abend die Tickets für die Fahrt mit dem Zug gekauft. Um 10.20 Uhr geht’s los. Wir freuen uns drauf!

Streiks, Proteste und bewölktes Madrid

Streiks in Frankreich, Proteste auf dem Plaza Purta del Sol – so lassen sich unsere ersten Stunden des heutigen Tages umschreiben, als wir nach Madrid aufgebrochen waren, jene Stadt, die unsere Fußballfans Tim und Fabi hauptsächlich vom Fußball her kennen. Deshalb ein guter Tipp voran: Steigt nicht an der Metrostation Sol als erstes aus, sonst werdet ihr enttäuscht sein. Denn im Moment ist das hier nichts anderes als ein riesiger Müllhaufen. Zelte und jede Menge lustig aussehende Leute sitzen und laufen hier rum. Protestler eben, wobei ich aber betonen muss, dass wir Smoochies jede Art von Protest gegen Ungerechtigkeit unterstützen, wie Bob und Tim während ihres Protesteinsatzes in London eindrucksvoll bewiesen haben.

Doch kommen wir nun zur Stadtbesichtigung. Madrid ist wirklich schön. Nicht so schön wie die anderen Städte, die wir besucht haben, aber lustig und interessant. Modisch gesehen nichts Besonderes, als junge Dame von Welt kann ich das sehr gut beurteilen. Mit meinem netten Begleiter Sven jedenfalls bin ich stundenlang durch die Stadt gezogen und habe schon jede Menge toller Dinge gesehen. Wir waren am Plaza Mayor, in der Kathedrale und natürlich bei Königs. Allerdings war der Juan samt Frau und Kindern nicht da. Die blaue Flagge war nicht gehisst, und so brauchten wir gar nicht erst an seinem Zuhause, dem Palacio Real, zu klingeln. Dabei hatten wir alles fürs Abendessen dabei: leckeren Käse, leckeres Brot und sogar Cola ohne Zucker. Egal. Mussten wir es halt alleine essen, schmeckte uns genau so gut.

Zum Abschluss dieses schönen ersten Tages, an dem unsere Begleiter Pan und Pe richtig kaputt waren, saßen wir noch zwei Stunden am Plaza Isabel II am Teatro Real und haben BMX-Radfahrern zugeschaut, die auf diesen spartanisch ausgestatten Rädern die waghalsigsten Kunststücke präsentierten, ganz zu unserem Gefallen. Der eine war sogar so gut, so dass dauerhaft sehenswerte Unterhaltung geboten war. Wenn das übrigens die Matadore des 21. Jahrhunderts sind, dann hoffen wir noch darauf, die alte Tradition zu sehen. Die Buben wollen nämlich zu einer Stierkampfarena. Da werden Lily und ich sicher nicht mitgehen. Wir stehen nicht auf so Blutrünstiges…

Demo mit Tim und Neukünstler Bob

Demo mit Bob und Tim Gründe zu demonstrieren gibt es viele. Klar, dass auch wir Smoochies gegen alles Schlechte sind und für eine bessere Welt demonstrieren. Dazu zählen nicht nur unendlich viele Marsriegel für uns oder die Abschaffung der Atomkraft, sondern wir sind auch für ein soziales Europa, wie Tim mir sehr deutlich erklärt hat. Deshalb haben wir heute die 250000 Engländer unterstützt, die gegen die Sparpolitik ihrer Regierung demonstriert haben. Ja, wir waren mittendrin, und natürlich haben wir Plakate geschwenkt und gemeinsam mit den Briten “Stop all Cuts” gerufen. Rund zwei Stunden haben wir uns an dieser friedlichen Demo beteiligt und dabei haben wir viel Anerkennung erfahren. Dank unserer Unterstützung waren hier mehr Smoochie-Fans unterwegs als in Berlin, Hamburg oder München an diesem Samstag, wo gegen Atomkraft protestiert wurde.

Hätten wir aber auch gewusst, dass die in der Tate Modern die super Rutsche vor langer Zeit abgebaut haben, wegen der wir bekanntlich nach London gefahren sind (auch wenn Lily das anders sieht), dann hätten wir bereits damals die größte Demonstration aller Zeiten gegen den Abbau dieser Rutsche organisiert. Denn auch Spaß gehört zum Leben, und es hätte uns sicher unendlich großen Smoochie-Spaß bereitet, vier Etagen in dem Museum runterzurutschen. Stattdessen mussten wir uns mit Kunst zufrieden geben, die uns aber dennoch inspierierte. In meinem schönen Bob-Kopf, sicher verstaut unter meiner Bob-Mütze, fing mein Bob-Gehirn sofort an zu grübeln, und die ersten Kunstwerke entstanden in meinen Gedanken. Es ist wahrlich nur eine Frage der Zeit, bis sie fertig sind und in einer bedeutenden Galerie ausgestellt werden. Denn: Bei moderner Kunst geht es weniger um das Handwerkliche als vielmehr um das Ausdrücken von Gefühlen! Und da bin ich gut, wenn nicht sogar führend!

Künstler Bob

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