Weltkulturerbe ist Chefsache! Deshalb habe ich, euer Supermoderator Bob, die Moderation dieser hübschen kleinen spanischen Stadt – 70 Kilometer von Madrid entfernt – übernommen. Doch bevor wir dorthin kamen, mussten wir durch die äußerst strengen Sicherheitskontrollen am Bahnhof. Hier wurde nämlich das Gepäck durchleuchtet. Aber ganz ehrlich – der freundliche Beamte am Bahnsteig fand es spannender, mit seinen Kollegen zu quatschen, als das Gepäck auf dem Scanner zu untersuchen. Egal, passiert ist nämlich nichts. Dennoch an alle Zugreisende der Hinweis: Wenn Ihr Bahn fahren wollt, plant ein wenig Zeit für die Gepäckkontrolle ein.
Nach rund 35 Minuten erreichten wir den schönen Bahnhof von Toledo, und nur wenige Minuten Fußmarsch später empfing uns die Altstadt smoochie-like schön, herrlich auf einem Berg gelegen. Voller Eifer betraten wir die Stadt und rannten die geschätzt und gefühlt 1560 Treppenstufen wie im Fluge hinauf. Wir wären uns wie in einer anderen Zeit vorgekommen, wenn nicht so viele Autos hier fahren würden. Denen aber zuzugucken ist überaus belustigend. Manche Straßen sind nur 1,40 Meter breit, so dass das Auto fahren zum Abenteuer wird, und fast jedes Auto hat Schrammen oder Dellen.
Was uns auch auffiel: In den unzähligen hübschen Gassen kann man recht schnell die Orientierung verlieren. Nur dank Nils, unserem Navigator mit der pfiffig-sich-zurecht-findenden Nase, war es zu verdanken, dass wir alles gut erreichten und uns in diesem Gassenlabyrinth nicht verliefen. Von Kirche zu Kirche ging es, von Gasse zu Gasse, von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt. Geschlagene sechs Stunden hielten wir uns in der Altstadt auf, deren Besuch wahrlich ein Höhepunkt der Tage in Madrid war.
Nachdem wir mit dem Zug wieder zurückgekommen waren, fuhren wir direkt zur Stierkampfarena, die an der Metro-Station Ventas liegt. Es war ein herrlich buntes Gewimmel von Menschen, als wir ausstiegen, ein schönes Bild. Die Tickets ergatterten wir zum Schnäppchenpreis. Der erste Verkäufer wollte uns zwar 31,70 Euro abknöpfen, doch wir fanden auch noch Tickets für 6 Euro. Dafür saßen wir inmitten der Spanier, für die dieses Spektakel so eine Art Volksfest ist.
Es begann auch alles sehr farbenfroh, Die Toreros liefen ein, Männern auf Pferden ritten ein, und alles sah sehr bunt und stimmungsvoll aus. Doch was dann kam, war alles andere als stimmungsfroh – jedenfalls nicht für uns Smoochies. Wir wurden Zeugen einer Barbarei, wie sie nur schwer vorstellbar. Ist. Die Stiere wurden vor dem jaulenden und applaudierenden Publikum in der vollbesetzten Arena nach Meinung der Spanier kunstvoll getötet. Es floss Blut, und die Kämpfer hieben eine spitze Klinge nach der anderen in die armen Tiere, die am Ende blutüberströmt und entkräftet zusammenbrachen, bevor sie endgültig erlöst wurden.
Ein prächtiger Stier war übrigens so stark, dass er gegen die feige menschliche Bande (es waren immer mehrere Helfer dabei) vorging und dabei sogar ein armes Pferd schwer verletzte. Er rammte seine Hörner in den Bauch des Tieres, das aber wieder aufstehen und seinen Dienst verrichten musste, während die Hilfstoreros den Stier am Schwanz zogen und versuchten, ihn von dem Pferd wegzuziehen. Der Reiter war übrigens – vom spanischen Volk applaudierend belohnt – derweil aus der Arena geflüchtet. Und zu alldem aß das Publikum und trank ganz gemütlich Wein und johlte, während das Pferd mit verbundenen Augen und der Stier versuchten zu überleben. Weiße Taschentücher wurden gewunken und mit dem Torero gelitten, als der Stier ihn endlich mal auf die Hörner nahm und über ihm hing. Schade, dass der Stier für sein mutiges Auftreten nicht mit dem Leben belohnt wurde.
Für uns Smoochies war das zu viel, nach 60 barbarischen Minuten verließen wir die Arena und fragten uns, was wir von den Menschen halten sollen, die Tiere so quälen. Wir vierzehn würden niemals auf die Idee kommen, irgendein Lebewesen so niederzuschlachten. Wir Smoochies gedenken der armen, tapferen Tiere!
Wer auch immer glaubt, mal einen Stierkampf sehen zu wollen, dem sei gesagt: es ist schlimmer, als Ihr Euch vorstellen könnt und wollt.